Über uns

Die Entstehung

Unsere Einrichtung ist seit fast 20 Jahren in der Kreisstadt Olpe am wunderschönen Biggesee um die fachgerechte Pflege älterer Menschen bestrebt. 1987 gründeten Jutta Hesse und Elke Stellbrink in der Wohnstraße "Lindenhardt" eine Pension um dort pflegebedürftige Menschen kurzzeitig und befristet zu pflegen. Aus einem normalen Einfamilienhaus wurde eine Pflegepension für 7 alte Menschen. Meist wurde dieses Angebot als "Urlaubspflege" genutzt. Heute würde man hierzu "Kurzzeitpflege" sagen. Aber damals gab es den Begriff so noch gar nicht. Für diese Form der Pflege interessierten sich , vor über 20 Jahren, plötzlich viele Angehörige. Diese Geschäftsidee war ganz neu. Erstmals konnten pflegende Angehörige Urlaub machen und wussten währen dieser Zeit ihren Angehörigen in guten Händen. Aber oftmals merkten viele Angehörige auch, dass sie in den vergangenen Jahren mit der "Pflege rund um die Uhr" am Ende ihrer eigenen Kräfte waren. So kam es, das einige"Urlaubspflegefälle" erst gar nicht mehr nach Hause geholt wurden. Man hatte erkannt das dieProfi´s zumindest genau so gut wie man selbst pflegen konnten.
Die beiden Betreiberinnen sahen sich plötzlich vor einem großen Problem. Sie hatten nicht die Lizenz für die stationäre Pflege. Ein Pflegeheim, und das war es mit den"Dauergästen" ja nun, benötigte die entsprechenden Genehmigungen.
Diese Genehmigungen für den bisherigen Pensionsbetrieb zu beantragen machte keinen Sinn. Kaum eine der geforderten Bedingungen an die Räumlichkeiten konnte die Pension erfüllen. Also blieb nur eins: den Pensions / Ferienbetrieb aufzugeben oder die "Flucht nach vorne".
Sie können es sich ja schon denken wie es ausgegangen ist. Nach langen Planungen wurde die Pension im Jahr 1991 weitestgehend abgerissen und nach den gesetzlichen Vorgaben als Pflegeheim mit 15 Plätzen nach 15 monatiger Bauphase als offizielles privates Pflegeheim im Oktober 1992 in Betrieb genommen.

Die Leitungspositionen konnten aus den eigene Reihen gedeckt werden. Frau Stellbrink und Frau Hesse übernahmen die Leitung des Pflegedienstes sowie der sozialen Betreuung. Herr Andreas Stellbrink übernahm nach entsprechender Zusatzausbildung die Heimleitung.
1993 schloss sich das Pflegeheim Lindenhart dem VDAB als Dachverband der privaten Pflegeheimbetreiber an.
Besonders möchten wir erwähnen, dass einige unserer Mitarbeiter seit der Gründung unserer Pflegeeinrichtung immer noch bei uns sind. An dieser Stelle möchten wir ihnen unsereren besonderen Dank für die bisherige gute Zusammenarbeit aussprechen

Rundum gut versorgt.

Bei der Auswahl unserer Mitarbeiter legen wir großen Wert auf deren fachliche sowie persönliche Eignung, Teamgeist, Eigeninitiative und Interesse an Fort- und Weiterbildung. Die jeweiligen Aufgaben sind in Stellenbeschreibungen geregelt. Die Verantwortlichkeiten sind in einem Organigramm geregelt. Alle Mitarbeiter verpflichten sich zu ständiger Fort- und Weiterbildung. Sie werden auf der Grundlage unseres Einarbeitungskonzepts durch unsere Pflegefachkräfte eingearbeitet. Pflegehelferinnen arbeiten unter fachlicher Aufsicht und ständiger Erreichbarkeit einer Pflegefachkraft und verfügen über die erforderliche Eignung, Kenntnisse und Fertigkeiten für ihre Einsätze.

Mit einem Prozentsatz von fast 60% an Fachpersonal werden Sie von erfahrenen und qualifizierten Mitarbeitern versorgt.
In unserem Haus stehen Ihnen folgende Mitarbeiter zur Verfügung:
Einrichtungsleiter
Pflegedienstleiterin
Examinierte Altenpfleger/innen
Krankenschwestern
Krankenpfleger
Fachkrankenpfleger für Intensivmedizin
Pflegeassistenten/innen
Alltagsbegleiter/innen
Betreuungsmitarbeiter/innen
Hauswirtschafter/innen
Raumpflegemitarbeiter/innen
Hausmeister
Verwaltungsmitarbeiter
Qualitätsbeauftragte

Darüber hinaus beschäftigen wir
Berufsfspraktikanten/-innen
Zur Zeit beschäftigen wir 18 Mitarbeiter in dem Pflege-, Hauswirtschafts-, Verwaltungs-
und Sozialbereich.

Natürlich ist "Rund um die Uhr " die fachlich korrekte Pflege gewährleistet.

Das sich die Senioren bei uns willkommen, akzeptiert, respektiert, zufrieden und somit wohl fühlen, ist unser oberstes Gebot. Damit die unterschiedlichen Lebensphasen so angenehm wie möglich gelebt werden können, versuchen wir das Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit und Wärme zu vermitteln. Die Senioren sollen die Möglichkeit erhalten, bei uns ein neues zu Hause zu finden.

Im Mittelpunkt stehen daher während unserer Betreuung und Pflege sowohl die körperliche, als auch geistige Aktivierung. Wir versuchen dabei ihre Gesundheit zu erhalten und wenn möglich zu verbessern, um somit den Senioren die Möglichkeit zu bieten, ihre Reise, soweit es geht, selbständig zu gestalten.

Die Würde des Menschen ist unantastbar

Pflegeleitbild

Zweck des Pflegeleitbildes
Unser Pflegeleitbild spiegelt die Philosophie unserer Pflegeauffassung wieder und soll den MitarbeiterInnen als Orientierungs- und Identifikationshilfe bei ihrer Arbeit dienen. Gleichzeitig ist das Pflegeleitbild aber auch ein Kontrollinstrument zum Erlangen institutioneller Zielsetzungen im Sinne qualitätssichernder Maßnahmen und soll unsere verinnerlichte Philosophie nach außen darstellen.

Unsere Wertevorstellung
„Der uns anvertraute Mensch steht im Mittelpunkt unseres Handelns“. Ihn in seinem individuellen Menschsein anzunehmen und zu respektieren, ist unser besonderes Anliegen. Durch den Aufbau von Vertrauen sowie den würdevollen Umgang mit Bewohnern, Angehörigen aber auch den MitarbeiterInnen untereinander versuchen wir unseren Bewohnern eine Unterstützung in ihren Lebensaktivitäten zu geben. Jeder Mensch hat unsere Achtung verdient, auch wenn er uns heute noch so verändert begegnet.

Pflege ist für uns
Pflege ist für uns ganzheitlich, sie umfasst Körper, Geist und Seele, erst alle drei zusammen machen den eigentlichen Menschen und seine Bedürfnisse aus. Wichtig für uns ist, den alten Menschen zu aktivieren und zu motivieren, damit er so lange wie möglich seine Selbständigkeit erhalten und wenn möglich und gewünscht noch selbst gesteckte Ziele erreichen können. Der Bewohner ist für uns Teil unserer Gemeinschaft, bei deren Integration wir ihm hilfreich zur Seite stehen. Der Angehörige ist nach unserer Auffassung kein Außenstehender, er ist gleichfalls ein Mitglied dieser Gemeinschaft. Wir begrüßen es, wenn er aktiv an der sozialen Integration des Bewohners mitwirkt.

Berufsinhalte
Um diese Form der Pflege leisten zu können stellen wir sehr hohe Ansprüche an uns und unsere MitarbeiterInnen. Wir sind bestrebt den hohen Anteil an examinierten Kräften weiter auszubauen. Soziale Kompetenz ist für unsere Arbeit eine wichtige Grundvoraussetzung. Wir sind bereit, Verantwortung für unser Handeln zu übernehmen und es auch zu reflektieren um die Qualität unserer Arbeit nicht nur zu erhalten, sondern weiter zu steigern. Das ist nicht mit einem Stamm von Einzelkämpfern möglich, sondern nur in einem homogenen Team, das sich gegenseitig motiviert und Weiterbildung offen gegenüber steht. Neben Engagement und Teamgeist dürfen jedoch gute Kenntnis über die rechtlichen und gesetzlichen Bestimmungen nicht vergessen werden. Diese zu kennen und bei der Arbeit zu berücksichtigen sind wichtige Bestandteile unseres Alltags. Wirtschaftliches Denken im Bezug und Umgang mit Ver- und Gebrauchsgüter des Hauses sowie der der Bewohner, ist eine Selbstverständlichkeit für alle unseren MitarbeiterInnen. Um diesen hohen Ansprüchen gerecht werden zu können stehen wir unseren MitarbeiterInnen unterstützend und motivierend zur Seite und geben Ihnen das Gerüst für eine optimale Entfaltung ihrer Fähigkeiten.



Unsere Pflegeziele sind:Die Selbständigkeit des alten Menschen soll so lange wie möglich erhalten werden.Um das zu erreichen praktizieren wir eine individuelle aktivierende Pflege, die von Therapieangeboten unterstützt wird. Der Bewohner bestimmt jedoch selbst wie viel Hilfe und Begleitung er benötigt. Der aktivierenden Pflege liegt das Pflegemodell von Monika Krohwinkel (AEDL) zugrunde.

Persönliche Lebensgewohnheiten werden in allen Bereichen, nach den vorhandenen Möglichkeiten, berücksichtigt.Um das ermöglichen zu können, wird für jeden Bewohner soweit es möglich ist, eine Biographie seines Lebens erstellt.

Der Bewohner wird würdevoll und respektvoll behandelt unabhängig seines Krankheits- und veränderten Persönlichkeitsbildes.Unterstützung und Hilfe leisten bei der Anpassung an veränderte Lebensbedingungen.
Die in einem Leben mit einer Behinderung und Krankheit auftretenden Fragen, Ängste und Zweifel werden ernst genommen.

Aufrechterhaltung und Förderung der Kontakte nach außen.Die Wünsche nach der Teilnahme am Leben außerhalb und innerhalb der Institution und das Bedürfnis nach Ruhe werden respektiert und alle Möglichkeiten zur Realisierung in Kooperation mit dem sozialen Dienst und den Angehörigen werden ausgenutzt.

Ein menschenwürdiges Sterben ermöglichen.Dem Sterbenden wird nach seinen Wünschen Beistand geleistet. Bis zum Ende wird ihm mit Achtung, Rücksicht und Respekt begegnet.

Der Alltag wird nach den individuellen Bedürfnissen so weit wie möglich gestaltet.Wahrung und Schutz der Intimsphäre und Respektieren der persönlichen Identität.
Mit viel Taktgefühl und Einfühlungsvermögen wird die Intimsphäre gewahrt und das Schamgefühl des alten Menschen akzeptiert. Seine Wünsche werden diesbezüglich berücksichtigt.

Qualitätssicherung der PflegeDie Sicherung der Qualität der Pflege ist ein Grundsatz unseres Hauses. Durch regelmäßig stattfindende Qualitätszirkel und eine externe Beratung versuchen wir die Qualität unserer Arbeit kontinuierlich zu verbessern.

Erreichen der gesteckten ZieleUm die Ziele erreichen zu können, stellen wir die notwendigen, im Rahmen der Pflegesicherung möglichen, Mittel für die Qualitätssicherung, die Pflege und den dafür nötigen Personaleinsatz zur Verfügung. Wir sorgen in diesem Rahmen für Weiterqualifikation unserer Mitarbeiter.
Detailliert wird auf die Umsetzung der Pflegeziele im Pflegemodell und Pflegekonzept eingegangen. Die Kontrollinstrumente zur Qualitätssicherung und zur Überprüfung der Umsetzung der Ziele sind gleichfalls im Pflegekonzept fest verankert.

Pflegemodell

Die Prinzipien unserer pflegerischen Hilfeleistung werden durch die im Pflegeleitbild definierten Wertevorstellungen sowie durch unser Pflegemodell und die dort formulierte Unterstützung des Bewohners bei den Aktivitäten und existentiellen Erfahrungen des Lebens beschrieben.

Auswahlkriterium des Pflegemodells

Der aktivierenden Pflege liegt das Pflegemodell von Monika Krohwinkel (AEDL) zugrunde.



Beschreibung der AEDL

Kommunizieren
Wir fördern die Beziehung und unterstützen die Kommunikation. Die Bewusstseinslage, die Orientierung in bezug auf Personen, Zeit und Raum, das Erinnerungs- und Konzentrationsvermögen gehören ebenso dazu wie die Fähigkeit, sich mündlich und schriftlich mitzuteilen. Auch Mimik/Gestik, Ausdruck von Gefühlen und das Wahrnehmungsvermögen in bezug auf Hören, Sehen und Gesichtsfeld, Lesen usw. fallen in den Bereich des Kommunizierens, weiterhin das Verstehen und Erkennen verbaler und schriftlicher Information. Desgleichen wird die Fähigkeit, Wärme/Kälte zu empfinden und Schmerz auszudrücken, hier eingeordnet. Wichtig ist hierbei auch zu überlegen, welche Hilfsmittel wir zur Unterstützung der Bewohner benötigen.

Sich bewegen
Wir fördern die allgemeine Beweglichkeit und geben Hilfen, z.B. beim Lagewechsel, Aufstehen, Sitzen und Gehen. Die Körperbewegung innerhalb und außerhalb des Bettes gehört ebenfalls dazu. Beachtet werden auch Lähmungen und Spastiken sowie sonstige Bewegungseinschränkungen, z.B. zur Kopfkontrolle. Auch Gleichgewicht und Gleichgewichtsstörungen sowie Lagerungen fallen in diesen Bereich, wobei in diesem Zusammenhang gefährdete Körperregionen beachtet werden. Der Umgang mit Kontrakturen, Dekubitalgeschwüren und lagerungsbedingten Ödembildungen gehören gleichfalls zu diesem Lebensbereich.

Vitale Funktionen des Lebens aufrechterhalten
Wir fördern die Atemfähigkeit, den Kreislauf sowie die Wärmeregulation usw. Hierzu zählt alles, was mit Atmung zu tun hat, z.B. Atemverhalten, Husten, Verschleimung, Infekte, Atemstörungen, Atemnot.
Dazu gehört auch die Kreislaufsituation (Durchblutung, Blutdruck, Puls), ebenso wie Temperaturregulierung (Fieber) und die Transpiration (Schwitzen, Frieren)

Sich pflegen
Wir fördern und unterstützen die individuelle Körperpflege. Hierbei achten wir auf den Hautzustand, die allgemeine Hautpflege (z.B. Kosmetik). Beim Waschen des Bewohners wird darauf geachtet ob sich jemand selbständig waschen kann oder dabei Hilfe benötigt. Es wird dabei die Pflege im Hinblick auf einzelne Körperbereiche unterschieden (z.B. Mund-/Nasen- /Augen-/Nagel-/Haar-/Intimbereichspflege). Weiterhin muss auf Hautschäden (Rötungen, Schwellungen, Blasenbildungen, Ödeme, Hautdefekte, Allergien, Infektionen) geachtet werden.
Grundsätzlich entscheidet der Bewohner je nach Fähigkeit darüber, ob seine Zimmertür offen oder geschlossen ist. Im Rahmen der Durchführung z. B. der Körperpflege achten wir auf die Wahrung der Intimsphäre. Die Türen der Zimmer sind geschlossen, evtl. wird ein Sichtschutz aufgestellt.
Die Bewohner werden mit Nachnamen angesprochen und es wird vor Betreten des Zimmers angeklopft.

Essen und trinken
Wir unterstützen BewohnerInnen bei ihren individuellen Bedürfnissen und Gewohnheiten in bezug auf Essen und Trinken. Beim Essen wird die Menge der Nahrungsaufnahme, den Appetit und das Geschmacksempfinden des pflegebedürftigen Menschen sowie die Art der Nahrungszubereitung (passierte Kost, Diäten, Sondenkost, parenterale Ernährung)beachtet. Beim Trinken beachten wir, wie Flüssigkeiten aufgenommen werden und wie groß die Trinkmenge ist, die der pflegebedürftige Mensch zu sich nimmt. Auch die Zähne spielen in diesem Zusammenhang eine Rolle (Zahnstatus, Situation des Zahnfleisches, Zustand der Zahnprothesen). Das Kauen und Schlucken (Lippenschluß, Speichelfluß, Mundboden-, Zungen-, Wangenmuskulatur, Gaumensegel, Zäpfchen) und die Koordination von Kauen und Schlucken sind ebenso zu berücksichtigen wie die Verträglichkeit von Speisen und Getränken (Übelkeit, Erbrechen).

Ausscheiden
Hier steht die Förderung von Kontinenz im Mittelpunkt. Ferner werden Pflegehilfen zur Bewältigung individueller Inkontinenzprobleme gegeben. Bei der Urinausscheidung geht es um Menge, Rhythmus, Inkontinenz, Miktionsstörungen, Harnverhalten, Harnwegsinfektionen usw., bei Stuhlausscheidung ebenfalls um Menge, Rhythmus, Inkontinenz sowie um Obstipation, Diarrhöen.

Sich kleiden
Hierbei achten wir auf die individuellen Bedürfnisse bezüglich Kleidung und versuchen, die Unabhängigkeit in diesem Bereich zu fördern. Beachtet wird die bevorzugte Kleidung tags- und nachtsüber. Es gehört hierzu auch die Unterstützung beim An- und Auskleiden.

Ruhen und schlafen
Pflege leistet Unterstützung bei den individuellen Ruhe- und Erholungsbedürfnissen. Wir versuchen, einen physiologischen Schlaf-Wach-Rhythmus zu fördern, und unterstützen die älteren Menschen bei der Bewältigung von Schlafstörungen. Ebenso wichtig sind Phasen der Ruhe und der Entspannung sowie gewünschte Ruhepausen der Betroffenen. Beim Schlafen werden von uns die Schlafqualität, Schlafdauer und Schlafzeiten beachtet.

Sich beschäftigen
Bei diesem Lebensbereich spielen die Tagesgestaltung, Hobbys, Interessen, selbständige Aktivitäten eine Rolle sowie die Aktivitäten, die zusammen mit anderen Personen (z.B. Angehörigen, Pflegepersonen, Physiotherapeuten, Ergo- und Logopäden) unternommen werden.

Sich als Mann oder Frau fühlen und verhalten
Hier handelt es sich um einen Bereich, der in diesem Zusammenhang vielleicht etwas ungewöhnlich erscheint. Gemeint ist, dass Pflegearbeit ein positives und lebensbejahendes Selbstempfinden der BewohnerInnen als Mann oder Frau fördern sollte. Wir müssen in der Pflege die Sexualität des pflegebedürftigen Menschen akzeptieren, andernfalls können wir nicht gut pflegen. Durch den intensiven Kontakt, den wir zu BewohnernInnen haben, erleben wir automatisch die Krisen mit, die ältere Menschen durch den Verlust ihrer Jugend und/oder des Partners sowie durch ihre Einsamkeit haben. Wir begleiten die BewohnerInnen, die unter Störungen im Bereich Nähe/Distanz leiden. Beim Lebensbereich "Sich als Mann oder Frau fühlen und verhalten" werden insbesondere Verbindungen zu den Bereichen "Sich pflegen", "Ausscheiden", "Sich kleiden", "Soziale Bereiche des Lebens sichern" und "Mit existentiellen Erfahrungen des Lebens umgehen" beachtet.

Für eine sichere und fördernde Umgebung sorgen
Hier ist gemeint, dass wir auch die allgemeinen Selbstpflegefähigkeiten des Menschen fördern sollen. Wir unterstützen sie im Bereich einer sicheren Lebensführung. Dazu gehört neben der Haushaltsführung auch die psychische Sicherheit. Wir fördern bzw. unterstützen die BewohnerInnen, falls es notwendig ist, bei der Gestaltung ihres Wohnbereiches. Wir versuchen, die pflegebedürftigen BewohnerInnen vor Verletzungen und Einschränkungen zu schützen, und wir überlegen mit ihnen zusammen, welche Orientierungshilfen für sie dienlich sind usw. Hierbei spielen die räumliche Ausstattung, die Art und Anordnung der Einrichtungsgegenstände, die Ausstattung des Bettes, die Bestuhlung, Hilfsmittel zur Orientierung wie Kalender, Uhr, Zeitung, Zeitschriften, Radio, Fernsehen usw. eine Rolle.

Soziale Bereiche des Lebens sichern
Bei diesem Lebensbereich unterstützen wir ältere Menschen darin, bestehende Beziehungen aufrechtzuerhalten, und versuchen, ihre Integration in ein selbstgewähltes soziales Umfeld zu fördern und sie vor sensorischen Deprivationen und Isolation zu schützen. Auch die sozialen Beziehungen zu Lebenspartnern, Freunden, Nachbarn, Bekannten und den primären persönlichen Bezugspersonen werden beachtet sowie der Beruf, die gegenwärtigen und früheren beruflichen Aktivitäten des Betroffenen und seine mit dem Beruf verbundene Verantwortung, ferner private Verpflichtungen, z.B. Sorge tragen für den Lebenspartner. Außerdem gehört der Wohnraum in diesen Bereich. Die Vor- und Nachteile der örtlichen Gegebenheiten, die Risiken wie Stufen oder Treppen sowie die Angemessenheit von Wohnräumen, Toiletten, Flur und Badezimmerausstattung sind ebenfalls zu berücksichtigen.

Mit existentiellen Erfahrungen des Lebens umgehen
Hierbei ist gemeint, dass wir die BewohnerInnen begleiten in der Auseinandersetzung mit existentiellen Erfahrungen wie Angst, Isolation, Ungewissheit, Sterben und Tod. Pflege unterstützt ebenso bei existenzfördernden Erfahrungen wie Integration, Sicherheit, Hoffnung, Wohlbefinden und Lebensfreude. Auch Erfahrungen, die die Existenz fördern oder gefährden können, z.B. kulturgebundene Erfahrungen, Weltanschauung, Glaube, Religionsausübung, lebensgeschichtliche Erfahrungen, Biographie spielen hier eine Rolle.
Unterstützung des Bewohners bei den Aktivitäten und existentiellen Erfahrungen des Lebens

Die Unterstützung wird von uns wie folgt ausgeübt:Anleitung zur/ oder Ermöglichung der Selbstpflege (z.B. durch Informieren, Lehren, Schaffen günstiger Bedingungen, Einüben bestimmter Verhaltensweisen und Fähigkeiten)

Betreuung und Beratung (z.B. bei der Erledigung persönlicher Angelegenheiten, bei der Auswahl von Hilfsmitteln, in finanziellen Fragen, bei der Klärung der Kostenstruktur des Heimplatzes, in behördlichen Angelegenheiten, in medizinischen und therapeutischen Angelegenheiten)

Unterstützung der eingeschränkten Selbstpflege (z.B. durch Ermutigung, Aktivierung der gesunden Anteile, positive Verstärkung, rehalibitative Maßnahmen, Anleitung zum Einsatz von Hilfsmitteln)

Übernahme der alters- oder krankheitsbedingt ausgefallenen Selbstpflege (z.B. durch Überwachung der Vitalfunktionen, Durchführung prophylaktischer Pflegemaßnahmen und der Körperpflege, Herstellen und Unterhalten von Beziehungen zwischen dem Senioren und der Außenwelt)

Begleitung des ängstlichen, leidenden Menschen, z.B. durch Anteilnahme, Verständnis, Ausstrahlung menschlicher Wärme und durch Zuwendung, Trost, Ermutigung, Aufzeigen von positiven (Lebens-) Aspekten)

Begleitung des Kranken und des sterbenden Menschen (z.B. durch Vermittlung menschlicher Nähe, durch Aufmerksamkeit, Anteilnahme, Verständnis und Zuwendung; durch Aktivierung / Förderung bestehender Ressourcen und durch Signalisierung von Gesprächsbereitschaft.)Motivation, Anleitung, Unterstützung und Entlastung von Angehörigen und anderen Personen, die einen alten Menschen pflegen.